Kranenkamp, im Mittelalter ein Küstenort an der Nordsee

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Das Sonnenhaus von Archimedes nutzt einfach die Sonnenenergie zum Heizen

Das Prinzip ist denkbar einfach.

die Wohnräume befinden sich an der Südseite,

Die Nebenräume befinden sich an der Nordseite.

Die Südfassade ist besonders groß und hat die größten Fenster.

Heute nennt man das ganze   > Passive Solarenergienutzung <

Also brauchen wir das Haus nur so zu bauen wie Archimedes es beschreibt.

Das sieht dann so aus:

 

Wenn Archimedes Sand zu Strom hätte machen können, wäre sein Vorschlag wohl eine Solarstromanlage gewesen. Damit kühlt man im Sommer die südliche Dachfläche und schützt im Winter das Dach vor der Kälte.

Dieses Haus steht in Kranenkamp!

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Kranenkamp ist ein alter Küstenort zwischen Geest und Marsch in der Nähe von Bockhorn (Jadebusen). Das Steinhauser Siel mit Hafen ganz in der Nähe.

Wie entstand der Name Kranenkamp?

Ein siedlungsgeschichtlicher Rückblick von A.Grübnau (Unbekannter Zeitungsartikel von 1964)

Kranenkamp, ein Ortsteil der Bauernschaft Steinhausen, kann zweifellos auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückblicken. Die ersten Siedler wurden vor dem "Hohen Esch" seßhaft, denn das hochgelegene und sumpffreie Land bot ihnen die Möglichkeit zum Anbau der Brotfrucht (Roggen), die ihnen die Lebensgrundlage gab. Danach wurde ein Teil der übrigen Dorfflur in Kultur genommen. Es entstanden die Kämpe. Die vielen Kämpe in der Dorfflur geben dem stillen Ort das Gepräge.

Die Flurbezeichnung Kamp ist sehr alt. Unter Kamp verstehen wir einen Placken Ackerland, der umwallt ist. Seit dem 18. Jahrhundert wird der Kamp auch als Weideland benutzt. In der Dorfflur Kranenkamp sind die umwallten Kämpe mehrfach auch jetzt noch vorhanden. Aber auch da wo die Wälle beseitigt wurden, hat sich die Flurbezeichnung Kamp bis auf den heutigen Tag erhalten.

Bei der Markenteilung um 1800 wurden weitere Heideflächen aufgeteilt, von den Besitzern kultiviert und umwallt. Diese jungen Kämpe erkennt man daran, daß ihre Wälle, im Gegensatz zu den alten Kämpen, gradlinig verlaufen.

Nach mündlichen Überlieferungen wurde Anfang des 17. Jahrhunderts das jetzt noch vorhandene Bauergehöft von J. Kranenkamp von 40 prächtigen Eichen umrahmt. In der damaligen Zeit erweckten die herrlichen Kronen der Eichen allgemeine Aufmerksamkeit. Nach den Kronen (plattdeutsch abgewandelt "Kranen") der Eichen in Verbindung mit der Kämpe in der Dorfflur ist der Name Kranenkamp entstanden. Urkundlich wird der Name Kranenkamp im 17. Jahrhundert erwähnt.

 

EIN Etwas detaillierter unbekannter Zeitungsartikel aus den dreißger oder vierziger Jahren

 

Ein Rückblick auf Kranenkamp, eine Ortschaft der Friesischen Wehde

Nach dem Bericht einer Legende entstammt der Name der Ortschaft einem schönen uralten Eichbaum, der auf dem Kamp stand: (de Kron upn Kamp, daher der Name Kronenkamp. Im Laufe der Jahre entstanden in der kleinen Ortschaft drei Bierbrauereien und eine Brandweinbrennerei. Nach einem Krahn, der beim Ausschenken der Erzeugnisse benutzt wurde entstand dann Krahnenkamp, späterhin Kranenkamp.

Die große Sturmflut im Jahre 1511, am Antoniustage (auch Eisflut genannt), hatte die letzten Reste der Landgewinnungsarbeiten an der Nordsee voll und ganz zunichte gemacht. Der Jadebusen hatte seine größte Ausdehnung erhalten. Regelmäßig kamen die Fluten an Gödens, Friedeburg, Horsten, und den Neuenburger Forst, ja sogar um die Heerstraße zwischen Bockhorn und Varel. Viele blühende Ansiedlungen waren von der salzen See begraben worden. Der Steinhauser Esch bildete mit den Resten des Dorfes Steinhausen eine Halbinsel. Der Esch, damals noch unkultiviertes Land, war mit Heide und Kieferngestrüpp bewachsen. Zwischen Esch und Wasser am Ostabhange der genannten Halbinsel, wo jetzt die Ortschaft Kranenkamp liegt, siedelten sich Fischer und Jäger an. Sie bauten ihre kleinen Wohnungen so, daß die große Haupttür nach dem Osten lag, die Südseite war dem Esch zugekehrt. Sie sahen das Wasser, welches ihnen Gelegenheit zum Fischfang bot, sehr gerne. Die nahe gelegenen Wälder und Heide enthielten reichliche Wildbestände.

Erst im Jahre 1576 wurden erste Neueindeichungen vorgenommen; es stand fruchtbares Ackerland zur Verfügung. Nun entstanden in Kranenkamp die ersten landwirtschaftlichen Betriebe.

Kranenkamp muß damals eine recht windige Ecke gewesen sein, denn so ist es nur zu verstehen, daß der Oldenburger Graf die Kornmühle (Bandmühle) in der Gemeinde Bockhorn im Jahre 1559 hier errichten ließ. Das ganze Kirchspiel mußte hier mahlen lassen. In der Folge wurden nun drei Bierbrauereien und eine Brandweinbrennerei in Betrieb gesetzt. Ein Lastwagen, mit vier Pferden bespannt, brachte die Erzeugnisse bis nach Oldenburg. (Chausseen gab es noch nicht.) Auch nach Übersee wurde Bier verfrachtet, wenn auch nur nach Butjadingen und Jeverland. Der kräftige Martens Jan Renk trug zwei halbe Tonnen und zwei Anker im Gewicht von etwa 600 Pfund auf einmal über den Steg zum Steinhausersiel in den Schiffsband.

Die Handweberei in Kranenkamp stand im vorigen Jahrhundert in hoher Blüte. Im Jahre 1880 wurden hier noch in 23 Wohnungen 80 Webstühle gezählt. Die Mechanisierung dieses Gewerbes hat den Untergang veranlaßt. Ein Webstuhl nach dem andern wurde stillgelegt, um schließlich ins Feuer zu wandern. Die nahe See veranlaßte viele Bewohner den Schifferberuf zu ergreifen. Als Schiffsjungen, Matrosen haben sie große Weltreisen gemacht. Einige kauften sich selber ein Schiff und fuhren als Küstenschiffer in Nord- und Ostsee. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts waren in Kranenkamp noch 5 Schiffe beheimatet. Jetzt ist es mit diesem Gewerbe recht still geworden. Von den erwähnten Fischerhäusern ist kein einziges in einer ursprünglichen Gestalt mehr vorhanden. Die häufig nur aus einem Raum bestehenden Wohnungen haben vorne und auch hinten einen Anbau erhalten.

In einem solchen Hause sind die sechs Brüder Schwoon geboren. Unter ärmlichen Verhältnissen herangewachsen, hatten diese sich gegen 1840 soweit heraufgearbeitet, daß diese den Neubau der Vareler Seeschleuse übernahmen. Es waren zwei Baujahre vorgesehen, aber günstiges Wetter, sowie die besondere Geschicklichkeit und harte Arbeit der Erbauer bewirkte, daß die Schleuse in einem Jahre fertig wurde. Hierdurch wurde der gute Ruf der Brüder Schwoon als Sielbauer begründet. In den folgenden Jahrzehnten sind fast alle Siele an der Jade und Nordküste von ihnen erbaut worden.

In Steinhausersiel und später in Varelerhafen errichtete ein Schwoon Helgen und Trockendock. Aber auch etwas anderes konnten diese Schwoons. Wenn ein Schiff auf Strand aufgelaufen war und geborgen werden mußte, wenn ein Großes Klootschießen veranstaltet wurde, wenn bei Sturm und Regen eine Schmugglerfahrt gedreht werden mußte, wenn der Jagdpolizei ein Schnippchen geschlagen wurde, stets waren die Schwoons mit dabei. Heute wohnt keiner mehr von ihren Nachkommen in Kranenkamp, doch in Norddeutschland sollen noch viele Mitglieder der berühmten Familie leben.

Die zum Teil als Sage anmutenden Erzählungen von ihren Taten hat sogar Pastor Bücking (früher in Bockhorn) in seinen Romanen verwendet. Kranenkamp hat keine Schiffer mehr, keine Schiffe mehr, auch keine Sielbauer mehr. Das einzige was noch an die See erinnert, sind die großen Möwenschwärme, die bei stürmischen Wetter in ihrer alten Heimat Schutz suchen.

Von den Brauereien ist nur eine einzige mehr geblieben. Diese liegt der Altzeit erinnernd, mit Deichen umgeben, der Neuzeit entsprechend in herrlichem Parkgelände. Die Erzeugnisse finden im Oldenburger Land, Ostfriesland und Wilhelmshaven Absatz. Dieser einzige industrielle Betrieb in Kranenkamp, der immer laufend eine größere Anzahl Arbeiter Arbeit und Brot gibt, ist ringfrei geblieben. Kriegs- und Inflationsjahre waren für den Betrieb auch nicht nutzbringend, doch ist dieser mit Erfolg bereits verlorene Posten zurückzugewinnen.

Mancher Kranenkamper hat wegen des Niedergangs der Gewerbe seine Heimat verlassen müssen, um sich in anderen Gegenden eine andere Existenz zu suchen. Kommt er einmal zurück, bleibt er bei der drei... Sandkuhle am Kreuzwege stehen, schaut über die Stätte wo er geboren und wo er groß geworden. Wenn es Mai ist und die Eichbäume grünen, die Obstbäume blühen, die Blutbuchen ihre Pracht zeigen, die Rasen grünen, im Vordergrund bleibenden Teiche und im Hintergrund das hundertjährige Bauernhaus, überragt von dem Brauereigebäude und sich alles in klaren Fluten wiederspiegelt, wenn dann ein leichter Nordwind einen würzigen Duft von Malz und Hopfen der Brauerei herüberträgt, erst dann empfindet der Kranenkamper die Schönheit seiner Heimat.

 

Ein neues Baugebiet in Kranenkamp entsteht und wird Geschichte (seit 1980)

1981 beschließen die Bockhorner den kleinen Ort Kranenkamp durch die Bebauung der zwischenliegenden Äcker an den Ortskern Bockhorn anzubinden. Die Nordstraße ist (von links nach rechts) ist die "Hauptstraße" durch Kranenkamp. Die alte Klinkerstraße wurde einfach mit Asphalt überzogen und verbindet Steinhausen mit Osterforde. Die Straße auf dem Bild Richtung Westen (von oben nach unten) ist die Mühlenstraße. Der trapezförmige Acker in der Bildmitte soll das neue Baugebiet "Fuchskuhle" werden. Das große Gebäude am unteren Bildrand ist die verlassene Brauerei "Sage-Bräu", die letzte der kranenkamper Brauereien.
1982 wird das Gelände wird für die Bebauung erschlossen. An der Nordstraße kann sofort begonnen werden. Beim Brauereigelände erkennt man den damals üblichen Brauteich, in dem die Bierfässer gewässert wurden. Der schöne Park mit Eichenbäumen und großen Alpenrosen ist 1981 schon der Natur überlassen.
Im Spätsommer 1982 kann mit der Bebauung im Gebiet begonnen werden da die Baustraßen gelegt sind.
Frühjahr1983

Die ersten Häuser sind bewohnt.

Im August 1983 sind bereits neun Häuser bezugsfertig.
Im Juli 1984 ist über die Hälfte des Baugebietes in ein neues Wohngebiet umgewandelt. Der Spielplatz in der Mitte ist mir weißem Kies belegt worden.
August 1984
Mai 1985
April 1986. Bis auf drei Grundstücke sind alle verkauft und bebaut. Zwei Grundstücke werden wegen "Unverkäuflichkeit" den Nachbarn zugeschlagen.
1989 wird die Fuchskuhle zur Mühlenstraße verlängert um weitere Baugrundstücke zu erschließen. Die ersten Neubauten bestehen bereits und auch an der Straße "Dachsbau" steht bereits ein neues Haus.
1991 werden im Anschlussbereich an der Fuchskuhle und am Dachsbau weitere Häuser gebaut.
Das letzte Grundstück des ursprünglichen Trapezackers ist 1992 bebaut worden. Richtung Bockhorn wird das Baugebiet Wolfsgrund erschlossen und fleißig bebaut.
2006 ist der Bereich zwischen Fuchskuhle und Mühlenstraße bebaut worden. Das Brauereigebäude wurde abgerissen und das Gelände als Baugebiet "Sagebräustraße" angefangen zu bebauen. Rechts unten wurden größere Gebäude mit jeweils bis zu 8 Wohneinheiten als Mietgebäude errichtet.
2014 ist das Baugebiet Sagebräustraße weitgehend bebaut. Neue Bebauung ist auch an Nordstraße und am Loogenweg vorhanden. Im Baugebiet Fuchskuhle wird der zentrale Spielplatz bebaut, da die Kinder alle erwachsen sind.

An die alte Brauerei erinnert noch der Baumbestand um den ehemaligen Biergarten, aber auch dieser Bestand wird immer kleiner. Von den vielen Kronen aus dem Zeitungsartikel ist nur wenig geblieben.

 

2014 - Baugebiet Adlerweg zwischen Mühlenstraße und Kranenkamper Straße (unten) und Reiherstraße (links).
Im Juni 2014 kann man die Äcker zwischen Bockhorn (Weissenmoorstraße) und Kranenkamp (Nordstraße) als bebaut betrachten.

Die weitere Entwicklung kann man dann über Google verfolgen.

 

Interessant zu sehen, das etwa ab 1985 die Neubauten ein rotes Dach bekommen. Während im Neubaugebiet Fichtenstraße in den Siebzigern nur schwarze Dächer (Betondachpfannen) zu sehen sind, (auch noch die ersten Häuser in der Fuchskuhle), sieht man heute nur noch rote Dächer und rote Klinkerbauten. Anfang der achtziger Jahre waren auch gelbe Klinker der Hit. (Name: Sahara bunt, besandet)

 

 

 

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